Ende der Kurzarbeit bei Manroland Sheetfed
Manroland Sheetfed wird nach einer Verbesserung der Auftragslage zur Normalarbeit zurückkehren.
Offenbach, 21.April 2015. Die Manroland Sheetfed GmbH, die im Januar Kurzarbeit über etwa 800 Mitarbeiter in ihrer deutschen Zentrale und der Produktion in Offenbach verhängte, hat heute angekündigt, dass ab Mai wieder normal gearbeitet wird.
Das Unternehmen, das einen Nachfragerückgang aus China als Grund für die Kurzarbeit angab, erklärte nun, dass sich trotz der immer noch nicht ganz entspannten Situation dort andere Märkte überdurchschnittlich gut entwickelt hätten und daher zumindest bis auf weiteres zur Normalität zurück gekehrt werden kann.
Ein Unternehmenssprecher sagte: “Kurzarbeit ist ein unternehmerisches Mittel, um Angebot und Nachfrage anzupassen. Wir werden, wo immer es geht, andere Mittel wählen, um Kurzarbeit zu vermeiden, aber in diesem Fall wäre eine Überkapazität sonst nicht vermeidbar gewesen“.
Auszubildende und Ihre Ausbilder waren von den Kurzarbeitsmaßnahmen ausgenommen, die ursprünglich bis Ende Juni diesen Jahres vorgesehen waren.
Über Kurzarbeit
“Kurzarbeit” ist eine Art der staatlichen Unterstützung in Deutschland, in der es Arbeitgebern erlaubt ist, die Arbeitszeit ihrer davon betroffenen Mitarbeiter abzusenken, die dann für die Tage der Kurzarbeit zwischen 60 und 67 Prozent ihres vorherigen Nettogehaltes von der Bundesagentur für Arbeit erhalten. Arbeitgeber genießen auch eine Entlastung in der Sozialversicherung durch dieses Programm. Vor der Finanzkrise konnten Unternehmen in Deutschland Zugang zu subventionierten Kurzarbeitsprogrammen für die Dauer von 6 Monaten erlangen, wobei der Zeitraum im Juni 2009 bis Jahresende vorübergehend auf 24 Monate erhöht wurde – allerdings gilt jetzt wieder der 6-Monatszeitraum. Das Kurzarbeitsmodell wurde als eines der effizientesten wirtschaftlichen Mittel während und seit der Krise gelobt.
Kommentar
Während viele andere Länder mit der wirtschaftlichen Erholung kämpfen, scheint es, dass Deutschland eine erfolgreiche Strategie hat, die das Land in eine gute Position für langfristige positive Entwicklung gebracht hat.
Während der Rezession hatte Deutschland mit der Kurzarbeit einen kontroversen Schritt getan, um den Arbeitsplatz von hochqualifizierten Mitarbeitern zu sichern, indem diese beschäftigt blieben, obwohl die Nachfrage gering war. Das Vorgehen, bekannt unter dem Begriff Kurzarbeit, hat sich als deutsche Erfolgsgeschichte erwiesen.
Die Idee dahinter ist es, die wichtigsten Vermögenswerte eines Unternehmens wie Manroland Sheetfed zu erhalten - und das sind deren hochqualifizierte Mitarbeiter. Diese Mitarbeiter stellen ein großes Investment in langorientiert denkenden Unternehmen dar, die nun da die Exporte wieder anziehen, in der Lage sind, qualitativ hochwertige Produkte herzustellen.
Zwischenzeitlich hatte es das Unternehmen immer geschafft, schwarze Zahlen zu schreiben. Nach Angaben der Konzernmutter, der britischen Maschinenbaugruppe Langley Holdings PLC, hatte Manroland Sheetfed bisher 40 Millionen Euro erwirtschaftet, seit es im Januar 2012 gekauft wurde.
Über Manroland Sheetfed
Manroland Sheetfed ist ein führender deutscher Hersteller von Offsetdruckmaschinen. Gegründet 1871 ist das Unternehmen einer der ältesten Druckmaschinenbauer der Welt. Das Unternehmen ist mit seinen eigenen Niederlassungen in über 40 Ländern vertreten. Der Name Manroland steht heute weltweit für Qualität und höchste Zuverlässigkeit. Manroland Sheetfed ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Langley Holdings plc, einer in Privatbesitz befindlichen britischen Maschinenbaugruppe.